Samstag, 27. Februar 2016

Birgit har fødselsdag
og det har hun jo
og det er i dag.
Birgit har fødselsdag
og det har hun jo i dag.
Og hør nu her, hvordan vi alle spille vil
Og hør nu her, hvordan vi spille vil ...

Heute waren wir zu Birgits (das ist die Mama von Mads) Geburtstag eingeladen. Eigentlich wird sie ja erst am Montag 60, aber in Dänemark ist es gar kein Problem seinen Geburtstag vorzufeiern. Die große Feier war sogar schon im August, also letztes Jahr. Auch kein Problem. Trotzdem wurden wir heute nochmal zum Essen samt Kaffee und Kuchen eingeladen. Normalerweise stellen Dänen zu jedem Geburtstag ja eine Stoffflagge auf den Tisch, anscheinend hatte Birgit aber gerade keine zur Hand, Flaggen gab es heute nämlich keine. Gesungen haben wir auch nicht, das Lied oben wollte ich euch aber trotzdem einmal vorstellen, weil ich es total witzig finde. Kurz gesagt heißt es da nämlich "Birgit hat Geburtstag, und zwar heute. Und hört nun alle her, wie wir spielen: ..." Danach "singt" man dann die Melodie nochmal mit einem Geräusch nach, die sich das Geburtstagskind vorher gewünscht hat. So macht man dann zum Beispiel den DJ oder tut so, als ob man Mundharmonika spielt. Vielleicht muss man es einmal erlebt haben, um es sich richtig vorstellen zu können, es ist aber immer eine mortz Gaudi. Sonst war die Feier heute auch eher ungezwungen. Es waren nur die Kinder (inklusive Familien) eingeladen und zu Mittag gab es do-it-yourself-Burger. Einfach, aber super lecker. Und zum Kaffee durften wir uns dann den Bauch mit Glutenfreiem Schokokuchen und Erdbeermousse mit Schlagsahne vollschlagen. Ansonsten war es einfach ein gemütlicher Nachmittag im Kreise der Familie mit Brettspielen, diversen Handyaktivitäten und langen Spaziergängen. Die Spaziergänge waren besonders schön, wie schon die ganze letzte Woche lang hat nämlich die Sonne geschienen und Birgit und Børge (also ihr Mann) leben ja mitten im Nirgendwo, wo es viiiiel Natur gibt. Im Sommer haben sie in ihrem Garten neben den Bienenstöcken oft auch Rehe, Igel und sonstige Wildtiere, jetzt im Winter ist es dort aber eher ruhig, kalt und windig. Gäbe es nicht hier und da ein paar grüne Grashalme und Tannenbäume, würde man gar nicht merken, dass die Natur noch am Leben ist. Mit dem blauen Himmel heute war die Landschaft aber trotzdem wunderschön. Aber überzeugt euch selbst:


 P.S.: Der Cowboyhut gehört eigentlich Børge, ich fand aber, dass er ganz gut zu so einem Landspaziergang gepasst hat und hab ihn kurzerhand mitgenommen. :)

Freitag, 19. Februar 2016

FIND THREE HOBBIES
YOU LOVE

ONE TO MAKE YOU MONEY
ONE TO KEEP YOU IN SHAPE
AND ONE TO BE CREATIVE


Mit diesem weisen Sprüchlein, dass ich letztens übrigens irgendwo in der unendlich weiten Social Media- Welt gelesen habe, möchte ich euch mein neues Hobby vorstellen. Malen. Genau genommen ist es gar nicht so neu, ich habe nämlich schon zu Weihnachten einige meiner Karten selbst "gebastelt". Aber da war noch nicht so sicher, ob sich die Malerei wirklich zum Hobby weiterentwickeln würde. Aber inzwischen ist mein erster Block leer und ich werde mir definitiv bald einen neuen kaufen. Man sagt ja Malen befreit den Kopf und ja, das kann ich bestätigen. Malen ist auch eine schöne Sonntagmorgen-Beschäftigung, wenn man eigentlich etwas für die Uni lesen müsste, sich aber noch nicht ganz von der Wochenends-Romantik lösen kann. Dann setzte ich mich immer mit frisch gepresstem Orangensaft (dazu komme ich gleich noch) und schwarzem Tee mit Milch an meinen Schreibtisch und pinsle so vor mich hin. Das Gute an solch einem Hobby ist dann natürlich, dass man immer gleich was zu verschenken hat. Mads Mutter hat zum Beispiel bald ihren 60. Geburtstag und aus diesem Anlass habe ich die Karte oben im Bild gemalt. Ich weiß, ich weiß, hier und da ist mir ein bisschen was verwischt und an manchen Stellen ist die Farbe etwas zu kräftig oder zu dünn geworden, aber Mads Mutter ist Kindergärtnerin. Und deswegen bin ich mir sicher, dass sie etwas Selbstgemachtes trotzdem zu schätzen weiß. :) Wenn ihr genau hinseht, werdet ihr übrigens merken, dass die Karte noch nicht ganz fertig ist. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich etwas dazuschreiben soll oder nicht.
Nun zum Orangensaft. Ich habe ja zu meinem letzten Geburtstag eine Saftpresse bekommen, die ich seitdem hege und pflege. Und so circa einmal in der Woche kommt sie dann zum Einsatz und presst mir einen oder zwei Liter Saft. Mein Favorit ist und bleibt ja der klassische Orangensaft. Es geht doch nichts über eine extra Portion Vitamin C zum Frühstück. Und im Moment sind die Orangen so herrlich süß. Ein Traum! Ja, und diese Saftpresserei geht ganz prima mit meinem "Keep in Shape"- Hobby einher, ich habe mich nämlich vor ein paar Monaten im Fitnessstudio angemeldet. Eigentlich würde ich ja lieber wieder Salsa tanzen gehen, aber leider ist das hier entweder viel zu teuer oder findet zu ganz unchristlichen Uhrzeiten statt (so um 9 Uhr an einem Freitagabend oder so). Und da die Fitnessverrückten Dänen ja eigentlich alle ins Fitnessstudio gehen und diese deswegen immer noch wie Pilze aus dem Boden schießen, habe ich mir jetzt auch eine Mitgliedschaft besorgt. Manche unter euch würden jetzt wahrscheinlich sagen, dass ich ja auch einfach joggen gehen könnte. Jaaa, könnte ich. Theoretisch. Praktisch ist das allerdings nicht ganz so toll. Ich habe es im Frühherbst ein paar Mal probiert, aber es war immer irgendwas verkehrt. Meistens hat es geregnet oder es war zu windig. Oder beides. Und dann macht es mir auch keinen Spaß zu laufen. Dann also doch lieber das Laufband. Da sehe ich zwar nicht so viel, muss aber dafür nicht über unbefestigte Wege stolpern oder mir dauernd das Regenwasser aus dem Gesicht wischen. Und außerdem gibt es dann in so einem Fitnessstudio ganz viele lustige Geräte. So zum Beispiel die Klimmzug-Maschine, mit deren Hilfe auch ich es schaffe, mich ganz hochzuziehen. Oder die Kniebeugen-Maschine, in die man sich reinklemmt, um die Kniebeugen auch ja in der richtigen Position zu machen. Sonst geht das nämlich aufs Knie oder den Rücken, oder beides. 
Tja, nur mit dem Hobby zum Geldverdienen hapert es noch ein bisschen. Aber ich bleib dran. :)  

Sonntag, 14. Februar 2016

Happy Valentine's Day!

Valentinstag. Von den einen geliebt, von den anderen gehasst. 
Mads und ich gehen heute Abend auf ein "Valentins-Date" ins Kino. Nicht, dass wir Valentinstag normalerweise feiern, wir mögen es nicht mal wirklich, aber jedes Jahr gibt es am 14. Februar einfach sooo viele verlockende Angebote für mögliche Dates. So kann man sich in sämtlichen Restaurants mit einem besonders romantischen 3-Gänge-Menü verwöhnen lassen oder sich bei einer thailändischen Partnermassage durchkneten lassen. Mir persönlich ist das allerdings alles viel zu viel Kitsch. Mein Essen muss nicht unbedingt in Herzform vor mir auf dem Teller liegen und allgemein verstehe ich nicht, warum alles an Valentin rot, rosa und süß sein muss. Aber, wie schon gesagt, manche Angebote sind dann doch einfach zu verlockend. Oder vielleicht trifft es sich auch einfach nur ganz gut, weil man eh schon lange wieder mal ins Kino gehen wollte. Wie dem auch sei, wir werden uns heute Abend gaaaanz romantisch den neuen Tarantino ansehen und, weil alle Pärchen ja so süß sind, spendiert das Kino dazu die Getränke und Snacks. Ist natürlich den Singles gegenüber irgendwie gemein, die müssen ihre Sachen ja selbst bezahlen, aber vielleicht ist das auch eine geheime Verkuppelungsaktion von Seiten des Kinos. Wenn zwei alleine kommen, können die ja spontan immer noch behaupten, das sei ihr Valentins-Date und - schwupp - haben sie auch einen Partner und kostenloses Popcorn. So einfach kann's gehen.

Samstag, 13. Februar 2016

Netflix and Chill...

... für mehr hat es heute leider nicht gereicht. Dafür war der gestrige Abend einfach zu ... ausgelassen. Es war nämlich wieder mal Freitag und freitags gibt es an der Uni immer zahlreiche "Friday-Bars". Das heißt, viele Fakultäten bauen dann eine provisorische Bar in einem Klassenzimmer auf, dazu gibt es noch ein bisschen Musik und schon kann's losgehen. So um drei Uhr nachmittags. Ohne die obligatorischen Friday-Bars wäre das Nachtleben hier auch einfach nicht dasselbe. Wie schon öfters erwähnt, ist hier ja alles ein bisschen teurer als in Deutschland und deswegen können es sich Studenten nicht leisten jeden Tag in eine Bar in der Stadt zu gehen. Und da die Bars an der Uni ja von Studenten für Studenten sind, kann man locker ein paar Stunden da verbringen ohne gleich Pleite zu gehen. Das Schöne daran ist ja auch, dass man sich eigentlich immer sicher sein kann, dass man ein bekanntes Gesicht sieht. Vor allem, wenn man immer zur gleichen Bar geht. Da wir bei uns im Studiengang selbst keine Bar haben, gehen wir meistens zu der der Theologen. Gestern wollten wir eigentlich mal was Neues ausprobieren und sind deswegen in die Bar in einem alten Kasernengebäude gegangen. Da war es zwar ganz cool, aber blöderweise haben die schon um acht zugemacht und da wir erst um halb acht gekommen waren, war die Freude leider nur von kurzer Dauer. Dann also doch wieder zur altbewährten Theologie-Bar. Es war zwar nicht spät bis ich daheim war (alles an der Uni macht um spätestens Mitternacht zu), aber anscheinend war das letzte Bier schlecht. Heute war nämlich nicht so ganz mein Tag. Und deswegen war es eben ein Netflix and Chill - Tag.  Sogar die Wäsche musste warten, weil ich leider meinen Waschtermin heute früh verschlafen habe. Wir müssen nämlich immer eine Zeit buchen, in der wir waschen wollen. Und unsere war eben heute früh. Aber was soll's, manchmal ist so ein bisschen Faulenzen schon okay. :) Und es war auch mal richtig schön nichts zu machen außer Fernseh zu schauen, Bücher zu lesen und sich zu sonnen. Jaaa, die letzten Tage war es wunderbar sonnig mit strahlend blauem Himmel. Es ist zwar noch viel zu kalt um draußen zu sitzen, aber die Sonne ist inzwischen wieder warm genug um sich am offenen Fenster zu sonnen. Herrlich! Hoffen wir mal, dass das das Ende des Winters bedeutet. Bis uns aber die wirklich sommerlichen Temperaturen erreichen, genieße ich noch die Stunden auf dem Sofa mit Strawberry-Cheesecake-Tee und scharfer chinesischer Reisnudelsuppe.


Samstag, 6. Februar 2016

Michael Ruff + Band

Um meine Rückkehr und das frühe Wochenende gebührend zu feiern, haben Mads und ich beschlossen, uns ein Konzert in Herning (eine Stunde westlich von Aarhus) anzusehen. Michael Ruff hieß der amerikanische Star des Abends. Ich hatte zwar noch nie von ihm gehört, aber ich bin ja immer offen für Neues. Und so betraten wir eine Stunde vor Beginn der Show bibbernd vor Kälte (die Jacken waren im Auto, so spart man umgerechnet 6€ für die Garderobe, die man wiederum in Wein investieren kann) die Eventhalle in Herning. Ich war ganz nervös, vor allem, weil ich inzwischen doch Zweifel hatte, ob ich die 2-3 Stunden wirklich auf meinen hohen Hacken aushalten konnte. Aber, wie so oft, waren alle Zweifel umsonst, wie sich herausstellte war das ganze nämlich eine Sitzveranstaltung. Für 40 Personen. 




Als Michael Ruff die Bühne betrat konnte man ihm die Enttäuschung auch deutlich ansehen, auch wenn er es versuchte zu verbergen. Wenn man aus einem riesen Land wie Amerika kommt, erschrecken die Größendimensionen in der dänischen Provinz eben ganz schön. Er nahm es aber mit Humor, schüttelte uns allen zur Begrüßung einzeln die Hand und erklärte das Konzert zu einem "persönlichen Wohnzimmerkonzert". Und persönlich war es allemal. Die Band, die wirklich wahnsinnig gut war, spielte spontan einige "Wunschhits" der Zuschauer und die Sängerin, die ja eigentlich nur Teil der Begleitband war, sang noch eines ihrer eigenen Lieder, weil die meisten der Zuschauer sowieso aus ihrem persönlichen Fanclub kamen. Michael Ruff selbst ist zwar nicht unbedingt der beste Sänger der Welt, aber dafür spielt er extrem gut Keyboard und die spontanen 10-Minuten-Solos beweisen durchaus, dass er was drauf hat. In Kombination mit seinem Charme und Humor weiß er es durchaus zu verstehen, den Leuten etwas zu bieten. Und so fühlte man sich wirklich wie im Wohnzimmer mit Michael Ruff. Dass wir bei Weitem die Jüngsten waren und dass auch sonst alle möglichen Leute da waren (von extrem "noblen" Leuten über offensichtliche Jazz-Freaks und Leute in abgetragenen Jeans und Sweatshirts) war am Ende komplett in den Hintergrund gerückt. Poetisch ist Michael Ruff übrigens auch. Ein Satz, der es definitiv wert ist hier erwähnt zu werden, ist Somebody with your name is sleeping on the street tonight (Jemand mit deinem Namen schläft heute Nacht auf der Straße). Ein weiser Mann, dieser Mr. Ruff. Solltet ihr also mal die Chance haben ihn live zu sehen, geht hin!


Michael Ruff am Keyboard

Here we go again

Sooo, nach meiner kurzen (faschingsbedingten) Auszeit bin ich nun wieder zurück in Dänemark und deswegen geht's jetzt auch endlich weiter mit dem Blog. Ich habe es übrigens noch gut erwischt mit meinem Flug, ich habe nämlich gehört, dass die Linie Aalborg - Frankfurt eingestellt werden soll. Gut, wundert mich nicht. Ich bin die Linie zwar erst zwei Mal geflogen, dabei war der Flieger aber immer nur so circa halb voll, obwohl da ja eh nur 100 Leute oder so reinpassen. Schade ist es trotzdem. Fliegen ist nämlich soooo viel bequemer als Zugfahren. Zumindest, wenn man jemanden hat, der einen zum Flughafen fährt und wieder abholt (danke nochmal!). In Aalborg angekommen gab es sogar ein paar hübsche Blümchen für mich. :) 
Die erste Woche habe ich ja schon rum gebracht. Also, was heißt Woche, die ersten zwei Tage. Als Student hat man ja oft das Glück, dass man eigentlich kaum in die Uni muss. Ich hab auch nur drei Kurse á 3 Stunden in der Woche und die sind schön auf zwei Tage (Dienstag und Mittwoch) verteilt, sodass mein Wochenende mittwochs um 15:00 Uhr anfängt und dienstags und 8:00Uhr aufhört. Dafür sind die zwei Tage dazwischen aber auch relativ stressig. Ich muss nämlich immer schon um 6:30 Uhr aufstehen (unmenschlich, ich bin doch Student!), damit ich dann pünktlich um 8:15 Uhr im Klassenzimmer sitze. Und da ich ja, wissensdurstig wie ich bin, auch noch in die Sprachschule gehe, um mein Dänisch auf Vordermann zu bringen, komme ich auch erst um 20:00Uhr wieder heim. Ich finde, da habe ich mir mein Wochenende schon verdient.