Dienstag, 29. März 2016

God Påske!


So, das war's dann wieder mal. Ostern ist vorbei.
Zeit Bilanz zu ziehen: Mein erstes Ostern in Dänemark war ruhig, entspannt, sonnig, windig und schokoladig. Im Grunde feiert man hier nicht viel anders als in Deutschland (und wenn ich Deutschland sage, meine ich Bayern). Die Supermärkte sind voll von überteuerten Schokohasen und -eiern, die nach den Feiertagen plötzlich um die Hälfte reduziert sind - als ob die Schokolade über Nacht ihren Geschmack verloren hätte.
Manche Supermärkte waren über die Feiertage sogar geschlossen, was ja sonst so gut wie nie der Fall ist. Allerdings wirklich nur manche. Bei uns in Hinnerup konnte man sich immer noch zwischen zwei Supermärkten entscheiden, wenn man noch schnell ein paar Sachen besorgen musste. Wir zum Beispiel hatten am Samstag alle Eier aufgebraucht - was an Ostern ja wirklich ein Unding ist - und mussten uns deswegen auch ins Getümmel stürzen. Und obwohl ja immer ein Laden offen war, und deswegen bestimmt niemand tagelang ohne Essen auskommen musste, meinte man, es hätte gerade ein Bus voller ausgehungerter Rentner vor der Türe Halt gemacht. Warum in aller Welt muss man an einem Feiertag Großeinkauf machen, wenn man sich nur im Schneckentempo bewegen kann? Naja, ist wohl überall auf der Welt dasselbe. :)
Der größte Unterschied zwischen deutschen und dänischen Ostern ist, dass die Dänen allesamt Protestanten sind und deswegen nicht so viel Wert auf christliche Feierlichkeiten legen. Teilweise habe ich mich wirklich gefragt, ob die Leute überhaupt wissen, um was es bei Ostern geht. Man macht keinen Unterschied zwischen Karfreitag und Ostersonntag, alles ist Ostern. So gibt es auch am Karfreitag schon das Osterlamm. Deswegen fanden es auch alle recht unverständlich, dass ich am Gründonnerstag und Karfreitag kein Fleisch, sondern Fisch, Spinat und Rührei gegessen habe. Das Osterlamm-Essen am Karfreitag habe ich dementsprechend der Tradition zuliebe mal ausfallen lassen.
Kinder (kleine und große) bekommen übrigens auch hier ihren Osterhasen. Meistens zwar in einer Plastiktüte anstatt in einem Osternest - den Witterungsbedingungen entsprechend -, aber gefüllt ist die mit denselben Leckereien. Was besonders ist, ist der Gækkebrev. Das ist ein Brauch, bei dem man ein Stück weißes Papier faltet und Muster reinschneidet (so wie beim Schneeflocken-Basteln). Dann macht man das ganze wieder auf, bemalt es und schreibt einen kleinen Spruch hinein, in dem man irgendwie seinen Namen verarbeitet, den dann der Empfänger des Briefs (das ganze wird mit der Post an alle möglichen Verwandten verschickt) erraten muss. Schafft er es nicht, muss er dem Kind ein Schoko-Ei schenken. Schafft er es, schenkt der dem Kind trotzdem eines. Das Ganze ist also eher eine Art Freifahrtschein für Schokoeier. Ich persönlich fände es ja witziger, wenn die Kinder wirklich Gefahr liefen, keine Schokolade zu bekommen. Dann müssten sie sich nämlich richtig anstrengen. So schneiden die meisten nur ein paar Zacken aus dem Papier und lassen dann ihre Eltern einen Standardspruch darauf schreiben, der dann für umgerechnet 2Euro verschickt wird. So auch der Gækkebrev, den wir von Mads Neffen bekommen haben - der Name, der zu erraten war, war "Albert". Easy, seine Mutter hatte nämlich nach der Adresse gefragt. So ein Zufall, kurz vor Ostern. haha Aber gut, ich will ja jetzt auch nicht die konservative Alte spielen, immerhin läuft das ja irgendwie immer so. An Weihnachten bekommen die unartigen Kinder ja auch Geschenke. 
Mein Name ist mit Punkten geschrieben, pass auf, dass er nicht sticht.



Donnerstag, 24. März 2016

Struer

Auch wenn wir eigentlich mehr frei haben als dass wir in die Uni gehen, kommen wir trotzdem kaum dazu größere Ausflüge zu machen. Deswegen sind die Osterferien jetzt natürlich optimal, um da etwas aufzuholen. Gestern machten wir uns deswegen auf nach Struer.


Struer liegt 95km von Hinnerup entfernt im Nord-Westen Jütlands und ist Mads Heimatstadt. Heimatstädtchen passt eher. Ich bin mir sicher, dass Struer im Sommer bei den Touristen sehr beliebt ist, auch wenn es nicht direkt am Meer liegt. Nichtsdestotrotz gibt es in und um Struer herum nämlich überall Wasser.  Sogar so viel, dass eine ganze Insel hinein passt. Diese Insel, genannt Venø, liegt in der Venø Bucht und ist nur per Fähre erreichbar.
Aber jetzt erstmal von Anfang an: Der Wettergott meint es momentan wahnsinnig gut mit uns, die Sonne scheint nämlich fast jeden Tag von früh bis spät. So glücklicherweise auch gestern. Allerdings lasse ich mich von dem blauen Himmel gerne trügen und neige deshalb dazu mich etwas zu dünn anzuziehen. Den Nordwind sollte man nämlich nicht unterschätzen! Und was hier als normale Brise gilt, fällt in Süddeutschland wohl in die Kategorie "Sturmböen". Aber ich lebe ja nicht in Süddeutschland und darf mich deswegen auch nicht beschweren. Nur das mit dem Stirnband-Aufsetzen muss ich noch lernen. Meine zierlichen Öhrchen sind nämlich leider nicht so windfest und deswegen laufe ich am Ende meist mit Kapuze auf dem Kopf herum, weil ich wiedermal nichts für die Ohren dabei habe. So natürlich auch gestern. Aber trotzdem war der Ausflug nach Struer einer der schönsten in letzter Zeit.
Pünktlich zum Mittagessen sind wir im Stadtzentrum (stellt euch das von der Größe her so wie Königshofen vor) angekommen und mussten natürlich gleich mal in die Kult-Kneipe einkehren: Den glade pingvin, was so viel heißt wie "der glückliche Pinguin". Struer, beziehungsweise die Region ist nämlich für ein Gericht berühmt: Pinnebøf. Das sind Rinfleischwürfel, extrem mit einer Gewürzmischung gewürzt, die mich stark an die Braten-Gewürzmischung mit dem grünen Deckel erinnerte, die es daheim bei vielen Metzgern zu kaufen gibt. Dazu gibt es kalte Bernaissesoße und ein Brötchen. Und wenn man mag kann man noch Pommes oder Salat dazu bestellen. Kleiner Tipp am Rande: Falls ihr mal nach Struer kommt, nehmt die Pommes. Salat ist zwar gesünder, aber auch irgendwie liebloser, zumindest der, den ich hatte. Seinen Namen hat das Essen übrigens von dem "Pin", also dem Spieß, mit dem es traditionell gegessen wird. Messer und Gabel bekommt man zwar dazu, sollte man aber nicht unbedingt benutzen. Das ganze kann nicht unbedingt als 4-Sterne-Gourmet-Essen bezeichnet werden, passt aber zusammen mit dem eisigen Nordwind perfekt in die urige Atmosphäre Struers. Gut gestärkt machten wir uns dann auf, um die Innenstadt zu erkunden. Das dauerte ungefähr fünf Minuten, da die Innenstadt nur aus ein paar Läden, einem Kino, einem Café und einer Gärtnerei  besteht. Um auch wirklich keine "Attraktion" zu verpassen, besuchten wir als nächstes die Kirche. Leider darf man in dänischen Kirchen keine Fotos machen und da die Verwalterin (oder so) anwesend war, respektierten wir das natürlich. Allgemein sind Kirchen hier ja eher spärlich dekoriert - ganz im protestantischen Sinne eben- aber ein was hat doch meine Aufmerksamkeit geweckt: Den Mittelgang entlang lag ein Teppich, der gar kein Teppich war, sondern eine Papierrolle, bedruckt mit allem möglichen, was mit Ostern zu tun hat. Mit dem letzten Abendmahl zum Beispiel oder mit dem Kreuzweg. War irgendwie komisch darauf herumzulaufen, aber gut. Was ich persönlich übrigens sehr fortschrittlich finde, ist, dass es hinten einen kleinen "Kinderbereich" gibt, mit Malbüchern und Stiften, wo sich Kinder während des Gottesdienstes beschäftigen können. 
Pinnebøf

Wasserturm - Kino - Kirche - Rathaus - Innenstadt

 Da mit der Kirche nun wirklich alles besichtigt war, gab mir Mads eine Tour durch sein ehemaliges Wohngebiet am Rand von Struer. Und das bedeutete: Natur. Endlose Wiesen und Wälder, dazwischen ein paar Schafe und Pferde und da Dänemark so wunderbar flach ist, kann man auch meilenweit sehen. Ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische ist "Kilen", ein See, der angeblich so tief ist, dass niemand wirklich weiß wie tief genau und deshalb badet da auch niemand. Auch im Sommer nicht.

Kilen


Aber schön zum Anschauen ist Kilen und die Gegend drum herum trotzdem. Genau wie der Hafen. Da wir ja inzwischen glückliche Autobesitzer sind, konnten wir den ganzen Weg vom Hafen bis zur Fähre nach Venø am Wasser entlang fahren. Auf der einen Seite Wasser, auf der anderen Seite Wald. Soooo schön! Die Insel selbst haben wir aber nur vom Ufer aus gesehen, weil wir nicht unbedingt so viel Geld für die Fähre ausgeben wollten. Vielleicht machen wir das im Sommer mal. Groß ist sie ja nicht, mit 300 Einwohnern und 20km Küstenlinie. Aber schön bestimmt. Und flach. So ein flaches Stück Land habe ich noch nie gesehen, nicht mal in Dänemark. Aber seht selbst: 

Venø

Die Venø Bucht

Montag, 21. März 2016

Frohe Ostern!

Viiiielen Dank für das Überraschungspaket!
Am Freitag hatten wir eine Notiz im Briefkasten, die besagte, dass wir an der Poststation im Ort etwas abholen sollten. Als Absender stand nur "D" drauf, weshalb wir vermuteten, dass es sich um den Strafzettel handeln musste, den sich Mads im Dezember auf der A7 eingehandelt hatte. Also machte sich Mads heute Mittag auf, um sein "Knöllchen" abzuholen. Aber zu früh geärgert! Es war nämlich gar kein Strafzettel, sondern ein Osterpäckchen aus Oberlauringen! Welch Freude! Kinder Happy Hippo, Lindt Häschen, Erdbeer-Rhabarber-Eier, Salami und und und. So steigt die Vorfreude auf Ostern natürlich enorm. 


Mittwoch, 16. März 2016

Bushaltestelle an der Uni. Ganz da unten ist übrigens das Meer :)
Übrigens: Es sind Osterferien!!
Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Weihnachten vorbei, Silvester vorbei, Fasching vorbei, das halbe Semester vorbei. Und das Wetter heute hätte - wie man auf dem Foto sieht - nicht besser sein können. Strahlend blauer Himmel und zweistellige Temperaturen. Hoffentlich geht das jetzt erst mal so weiter. Dank meines wunderbaren Stundenplans habe ich ja sogar 12 statt 7 Tagen frei. Ein Traum!

Diese freizügigen Dänen

Auf Facebook folge ich meiner Sprachschule, die immer wieder Erfahrungsberichte und Blog Posts ihrer Schüler veröffentlicht. Da habe ich letztens einen interessanten Artikel über die Offenheit der Dänen gelesen. Eine Schülerin beschreibt da, wie die meisten Fenster (zumindest in den Vorstädten und Wohngebieten) keine Vorhänge haben und man so einfach einer Familie beim Abendessen, Fernsehen oder sonst was zusehen kann. Das stimmt. Und ich habe mich am Anfang auch oft gefragt, wie es denn sein kann, dass sich die Bewohner nicht wie im Zoo fühlen. Ziemlich freizügig eben. Oder?

Inzwischen bin ich eher vom Gegenteil überzeugt. An dem Tag, an dem Mads Mutter und ihr Lebensgefährte kamen, um uns beim Aufhängen unserer Vorhänge zu helfen, unterhielten wir uns auch über die Vor- und Nachteile von so vielen Fenstern wie wir sie haben. Im Grunde besteht unsere eine Außenwand ja komplett aus Fenstern. Das macht die Wohnung zwar schön hell, aber es können dafür auch alle vom Parkplatz aus direkt ins Wohnzimmer, ins Arbeitszimmer, in die Küche und ins Schlafzimmer schauen. Als Deutscher ist man es ja gewöhnt am Abend einfach die Rollos zuzumachen, wenn man nicht beobachtet werden will, so was gibt's hier aber gar nicht. Und als ich eben Birgit (also Mads Mutter) erzählte, warum ich uuunbedingt Vorhänge an den Fenstern haben wollte, antwortete sie: "Ja, aber die Leute, die zu ihren Autos laufen oder mit ihren Hunden Gassi gehen, bleiben ja nicht stehen und schauen dir zu". Und da ist mir dann ein Licht aufgegangen. Es geht nämlich gar nicht darum, dass es Dänen nichts ausmacht beobachtet zu werden. Dänen beobachten einfach selbst nicht und rechnen deshalb auch nicht damit, dass sie beobachtet werden. Logisch! Wenn man sich sonst so das "Herdenverhalten" hier anschaut, sieht man das ja eigentlich auch. Privatsphäre ist wahnsinnig wichtig. So steht man an der Bushaltestelle normalerweise außerhalb des Bushäuschens, wenn schon jemand darin steht, den man nicht kennt. Eine Ausnahme gibt es nur dann, wenn es regnet, stürmt oder schneit, dann können auch mehrere Fremde in einem Häuschen stehen, aber dann auch bitte so weit entfernt voneinander wie möglich. Ein weiteres Beispiel: Mads und ich waren vor ein paar Tagen spazieren. Außer uns war nur noch ein Mann mit seinem Hund in der Straße. Da schlug Mads doch tatsächlich vor, dass wir auf der anderen Straßenseite laufen sollten, damit uns der Hunde-Mann nicht überholen muss. ... Ja. Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Im Allgemeinen kann man sich das ungefähr so vorstellen, als ob alle hier in ihrer Privatsphäre-Luftblase herumlaufen. In einer heiligen Privatsphäre-Luftblase.

Ja ja, persönlicher Freiraum ist den Dänen extrem wichtig. Jetzt könnte man natürlich meinen, dass Dänen bestimmt alle traurige und einsame Gestalten sind. So ist es aber auch wieder nicht. An der Uni ist es natürlich nochmal einfacher Leute kennenzulernen, weil es ja jede Woche massig Veranstaltungen aller Art gibt und viele einheimische Studenten auch schon mal im Ausland waren und deshalb nicht ganz so viele Probleme damit haben auf Leute zuzugehen. Übertreiben sollte man es allerdings auch nicht. Man sollte zum Beispiel in der Raucherpause nicht unbedingt versuchen mit dem Nebenmann Small-Talk zu machen oder versuchen sich mit den anderen Mädels in der Schlange vor dem Klo übers Wetter zu unterhalten. Dann wird man gaaanz schnell als komischer Zeitgenosse abgestempelt. Warum sollte man sich mit jemandem, den man nicht kennt, unterhalten?! Mir ist es manchmal schon ein Rätsel, wie Dänen Freunde kennenlernen. Größtenteils läuft das wirklich über die "sich über einen Freund kennenlernen" - Schiene ab oder man lernt sich in einer "Study Group" kennen. Ganz hoch im Kurs stehen auch die Kennenlern-Tage am Anfang des ersten Semesters. Ja, was bei uns höchstens mal beim Wechsel von der Grundschule auf eine andere Schule abgehalten wird, zieht man hier jedes Jahr aufs Neue durch. Selbst Masterstudenten opfern eine Woche der heiligen Semesterferien, um Sackhüpfen und Eierlaufen im Park zu spielen und dabei die neuen Kommilitonen kennenzulernen. Mir wurde von meinen dänischen Bekannten auch wärmstens ans Herz gelegt diese Tage mitzumachen weil es sonst - Zitat - "ganz schwierig ist Anschluss zu finden". Naja, am Ende war ich nur einmal da. Es war zwar ganz lustig, aber die meisten meiner jetzigen Freunde habe ich doch erst am ersten Tag des Studiums kennengelernt. Ach so, es gibt natürlich noch eine letzte Möglichkeit der ewigen Einsamkeit zu entkommen: Bars. Nach dem fünften oder sechsten Bier fassen manche dann sogar den Mut Fremde anzusprechen. Aber diese Art von Kontakt hält dann auch nur so lange an wie der Alkoholpegel. Es beschweren sich erschreckend oft Freundinnen von mir darüber, dass sie einen süßen Dänen kennengelernt haben, der sich nie wieder gemeldet hat...

Und die Moral von der Geschicht': Freizügige Dänen gibt es nicht. (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Dienstag, 15. März 2016

Blümchendrama

Yay! Der Frühling ist da! 
Jetzt war es aber wirklich Zeit für den großen Frühjahrsputz. Wirklich! Wir haben alle möglichen Möbel verrutscht, um auch wirklich jedem einzelnen Staubkorn den Kampf anzusagen und zur Krönung des Tages wurden die Fenster geputzt. Alle zehn. Und da ist mir wieder eingefallen, wie toll so ein Putztag sein kann. Wenn man auf einmal wieder Fotos aus dem Fenster heraus machen kann ohne dass die Kamera automatisch die Flecken visiert. Ok, wenn ich das so schreibe, hört es sich an als ob unsere Fenster schon mit Moos bewachsen gewesen wären. Nein, aber ohne Vordach vernebelt einem die Kombination aus Regen und Wind gegen die Fenster leider schnell die Sicht. Um solche wunderschöne Fenster gebührend in Szene zu setzen, musste auch endlich etwas Deko her. Und was eignet sich besser für Frühlingsfenster als hübsche Blümchen? Eine weiße Hyazinthe ist es geworden. Weiß, weil Dänen im A
llgemeinen neutrale Farben bevorzugen. Weiß, schwarz, grau. Das spiegelt sich auch in Allem wieder: Klamotten, Möbel, Autos, Wandfarben, Blumen, Alles. Und ja, nur eine, wir wollten unser Gärtnerglück nämlich erst einmal testen. Ich hatte da schon so eine Vorahnung. Es gibt einfach Dinge mit denen ich umgehen kann. Essen zum Beispiel. Auch wenn ich etwas koche, von dem ich noch nie zuvor gehört habe, bekomme ich es am Ende doch meistens so hin, dass es zumindest genießbar ist. Mit Blumen klappt das irgendwie nicht so. Wenn da etwas aus dem Ruder läuft, ist die Blume für immer verloren. Ich gieße sie entweder zu viel oder zu wenig oder die Blume hat zu viel Sonne oder zu viel Schatten. Und das Schlimmste ist: Ich weiß NIE, was das Ding will! So natürlich auch dieses Mal. Am Mittwoch war sie noch schön, weiß und gerade.


Und von da an ging es nur noch bergab. Sie ließ die Blätter hängen, wuchs innerhalb von zwei Tagen in Richtung Fenster, ist jetzt also krumm wie eine Banane und zu allem Überfluss sind die schönen weißen Blüten größtenteils braun geworden. Das ist wohl das schnellste Ableben einer Hyazinthe, das es je gegeben hat... Schon irgendwie traurig.

Sonntag                               Montag                               Dienstag

ABER: Es gibt auch noch einen Spross Hoffnung. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben und nämlich auch einen kleinen Pflanzkasten gekauft und Basilikum und Dill gepflanzt. Vor allem der Dill ist in Dänemark ja überlebensichtig. Dill gibt es einfach mit Allem. Es gibt Dillkäse, Dilldressing, Dilllachs, Dillchips... Und bald auch Dill in unserer Küche. Zumindest hoffe ich, dass es so weitergeht mit unserem Kräutergarten. Es sieht zumindest vielversprechender aus als die Hyazinthe.