So, das war's dann wieder mal. Ostern ist vorbei.
Zeit Bilanz zu ziehen: Mein erstes Ostern in Dänemark war
ruhig, entspannt, sonnig, windig und schokoladig. Im Grunde feiert man hier
nicht viel anders als in Deutschland (und wenn ich Deutschland sage, meine ich
Bayern). Die Supermärkte sind voll von überteuerten Schokohasen und -eiern, die
nach den Feiertagen plötzlich um die Hälfte reduziert sind - als ob die
Schokolade über Nacht ihren Geschmack verloren hätte.
Manche Supermärkte waren über die Feiertage sogar
geschlossen, was ja sonst so gut wie nie der Fall ist. Allerdings wirklich nur
manche. Bei uns in Hinnerup konnte man sich immer noch zwischen zwei
Supermärkten entscheiden, wenn man noch schnell ein paar Sachen besorgen
musste. Wir zum Beispiel hatten am Samstag alle Eier aufgebraucht - was an Ostern
ja wirklich ein Unding ist - und mussten uns deswegen auch ins Getümmel
stürzen. Und obwohl ja immer ein Laden offen war, und deswegen bestimmt niemand
tagelang ohne Essen auskommen musste, meinte man, es hätte gerade ein Bus
voller ausgehungerter Rentner vor der Türe Halt gemacht. Warum in aller Welt
muss man an einem Feiertag Großeinkauf machen, wenn man sich nur im
Schneckentempo bewegen kann? Naja, ist wohl überall auf der Welt dasselbe. :)
Der größte Unterschied zwischen deutschen und dänischen Ostern
ist, dass die Dänen allesamt Protestanten sind und deswegen nicht so viel Wert
auf christliche Feierlichkeiten legen. Teilweise habe ich mich wirklich
gefragt, ob die Leute überhaupt wissen, um was es bei Ostern geht. Man macht
keinen Unterschied zwischen Karfreitag und Ostersonntag, alles ist Ostern. So
gibt es auch am Karfreitag schon das Osterlamm. Deswegen fanden es auch alle
recht unverständlich, dass ich am Gründonnerstag und Karfreitag kein Fleisch,
sondern Fisch, Spinat und Rührei gegessen habe. Das Osterlamm-Essen am
Karfreitag habe ich dementsprechend der Tradition zuliebe mal ausfallen lassen.
Kinder (kleine und große) bekommen übrigens auch hier ihren
Osterhasen. Meistens zwar in einer Plastiktüte anstatt in einem Osternest - den
Witterungsbedingungen entsprechend -, aber gefüllt ist die mit denselben
Leckereien. Was besonders ist, ist der Gækkebrev. Das ist ein Brauch, bei dem
man ein Stück weißes Papier faltet und Muster reinschneidet (so wie beim
Schneeflocken-Basteln). Dann macht man das ganze wieder auf, bemalt es und
schreibt einen kleinen Spruch hinein, in dem man irgendwie seinen Namen
verarbeitet, den dann der Empfänger des Briefs (das ganze wird mit der Post an
alle möglichen Verwandten verschickt) erraten muss. Schafft er es nicht, muss
er dem Kind ein Schoko-Ei schenken. Schafft er es, schenkt der dem Kind
trotzdem eines. Das Ganze ist also eher eine Art Freifahrtschein für
Schokoeier. Ich persönlich fände es ja witziger, wenn die Kinder wirklich
Gefahr liefen, keine Schokolade zu bekommen. Dann müssten sie sich nämlich
richtig anstrengen. So schneiden die meisten nur ein paar Zacken aus dem Papier
und lassen dann ihre Eltern einen Standardspruch darauf schreiben, der dann für
umgerechnet 2Euro verschickt wird. So auch der Gækkebrev, den wir von Mads
Neffen bekommen haben - der Name, der zu erraten war, war "Albert".
Easy, seine Mutter hatte nämlich nach der Adresse gefragt. So ein Zufall, kurz
vor Ostern. haha Aber gut, ich will ja jetzt auch nicht die konservative Alte
spielen, immerhin läuft das ja irgendwie immer so. An Weihnachten bekommen die
unartigen Kinder ja auch Geschenke.
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