Kleiner Rückblick, Freitag, 04.03.2016: Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern
und so langsam aber sicher lässt sich der Frühling nicht mehr verleugnen. Wenn
man ganz genau hinschaut erkennt man sogar die ersten Knospen an den Bäumen.
Inzwischen ist es sogar so warm geworden, dass wir tagsüber keine dicken Jacken
mehr anhaben, zumindest wenn die Sonne scheint. Höchste Zeit um Pläne für den
Frühjahrsputz zu schmieden. Durch den ewigen Regen und den Wind sehen die
Fenster schlimmer aus als Duschwände in Regionen mit 100% Kalkgehalt im Wasser.
Gut, dass Wochenende ist. Genug Zeit, um den Winterstaub loszuwerden.
Samstag, 05.03.2016: Ich stehe um neun Uhr auf und setze
mich mit einer Tasse Tee an den Laptop. Da die Fenster immer noch dreckig sind,
lasse ich die Vorhänge lieber zu. Nein, war ein Witz. Die Vorhänge sind zu, weil
man vom Parkplatz aus direkt in unsere Arbeitsecke schauen kann und ich mich so
immer wie im Zoo fühle. So schreibe ich ein paar Bewerbungen für mein Praktikum
im September (Pflichtpraktikum von der Uni aus, ich erzähle euch mehr darüber
sobald ich selbst was Konkretes weiß) und merke erst, dass es schon 12 ist, als
ich plötzlich Hunger bekomme. Blöd nur, dass wir kein Brot mehr im Haus haben.
Auch kein Müsli und auch keine Milch für die Haferflocken. Vielleicht sollten
wir heute noch einkaufen gehen. Am besten noch vor dem großen Putzen. Aber was
ist das?! Der Himmel ist grau, es regnet, es sieht aus wie im Herbst! Blöd, das
mit dem Fensterputzen hat ja so keinen Sinn. Wäsche kann man ja aber trotzdem
machen. Also packen wir alles in unsere altbewährten IKEA-Tüten ein und machen
uns auf zum Waschraum im Keller. Da wir hier in einem von drei Häusern wohnen,
die aneinander gebaut worden sind, sodass es aussieht wie ein großer Wohnblock,
müssen wir uns mit den anderen Häusern den Waschkeller teilen. Der liegt leider
in Haus Nummer 3, wir wohnen in der 1. Aber was soll's, so kriegt man immer
noch ein bisschen Bewegung und frische Luft dazu. Und heute auch Schnee. Ja,
als wir mit unseren blauen Tüten bepackt raus gehen, werden wir tatsächlich von
etwas überrascht, dass stark an Schneesturm erinnert. Nix Frühling, nix Regen,
dicke fette Flocken wehen uns um die Nase und meine Frühlings-Sneakers sind
ruck-zuck patschnass. Halleluja! Der Frühjahrsputz wird auf unbekannte Zeit
verschoben und wir legen einen Wintertag ein. Ich bringe wenigstens das Bad auf
Vordermann, während Mads "typisch dänische" Wursthörnchen für mich
backt und Orangensaft presst. Diese Hörnchen heißen eigentlich
"Pølsehorn" (Pølse = Wurst) und sind eingebackene Wiener-Würstchen,
wahlweise mit Curry- oder Chiliketchup. Heiß aus dem Ofen genau das Richtige
für stürmische Frühjahrs-Schnee-Tage.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen